Laut einer aktuellen internationalen Studie von Barracuda Networks war fast jedes dritte Unternehmen, das von Ransomware betroffen war, innerhalb eines Jahres erneut Opfer eines Angriffs. Komplexe IT-Strukturen und mangelnde Integration von Sicherheitstools gelten als zentrale Schwachstellen.
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Ransomware-Angriffe gehören weiterhin zu den gravierendsten IT-Sicherheitsproblemen für Unternehmen weltweit. Eine neue Untersuchung von Barracuda Networks in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne zeigt, wie stark Organisationen durch unzureichend integrierte Sicherheitsmaßnahmen gefährdet sind. Für die Studie wurden 2.000 IT- und Sicherheitsverantwortliche aus Nordamerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum befragt.
31 Prozent der Unternehmen, die in den letzten zwölf Monaten Opfer von Ransomware waren, berichteten von mindestens zwei Vorfällen. Laut Studie nutzen Angreifer dabei gezielt Sicherheitslücken und ineffektive Abwehrmechanismen aus, die nach dem ersten Vorfall nicht konsequent geschlossen wurden. Besonders problematisch: 74 Prozent der mehrfach betroffenen Unternehmen gaben an, eine Vielzahl unterschiedlicher Sicherheitstools im Einsatz zu haben – 61 Prozent beklagten, dass diese nicht integriert sind und so Transparenz und Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen beeinträchtigen.
Ein zentrales Einfallstor bleibt laut Studie der E-Mail-Verkehr. Nur 47 Prozent der Ransomware-Opfer hatten eine E-Mail-Sicherheitslösung implementiert – deutlich weniger als die 59 Prozent bei nicht betroffenen Unternehmen. 71 Prozent der Unternehmen, die eine E-Mail-Sicherheitsverletzung erlebten, wurden anschließend auch Ziel eines Ransomware-Angriffs. Die Angriffe sind dabei zunehmend vielschichtig: Neben der Verschlüsselung von Daten ging es in vielen Fällen auch um Datendiebstahl, Veröffentlichung sensibler Informationen, das Einschleusen weiterer Schadsoftware und die Einrichtung von Backdoors.
Die Auswirkungen erfolgreicher Angriffe sind laut Barracuda-Report erheblich. 41 Prozent der weltweit betroffenen Unternehmen berichten von Reputationsschäden, 25 Prozent von verlorenen Geschäftsmöglichkeiten. In der DACH-Region lagen die Zahlen für finanzielle Verluste und Geschäftsunterbrechungen bei 42 bzw. 39 Prozent. Besonders kritisch: Auch die Zahlung von Lösegeld – bei 32 Prozent der betroffenen Unternehmen, im Falle mehrfacher Angriffe sogar bei 37 Prozent – garantiert keine vollständige Wiederherstellung der Daten. 41 Prozent der zahlenden Unternehmen konnten nicht alle Daten zurückerlangen.