Eine Umfrage von Utimaco unter US-Unternehmen zeigt eine deutliche Lücke zwischen Risikobewusstsein und Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen bei generativer KI und Quantenbedrohungen. Datenschutz und Datensouveränität gewinnen dabei weiter an Bedeutung.
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Tina Stewart, CMO bei Utimaco
Generative KI ist in vielen Unternehmen bereits im produktiven Einsatz, gleichzeitig wächst die Sorge vor Sicherheitsrisiken. Eine von Utimaco beauftragte Umfrage unter 250 großen US-Unternehmen zeigt, dass insbesondere Datenlecks und der Schutz sensibler Informationen im Fokus stehen. Dennoch hinkt die Umsetzung konkreter Sicherheitsmaßnahmen häufig hinter der Risikowahrnehmung hinterher. Ähnliche Muster zeigen sich auch im Umgang mit künftigen Bedrohungen durch Quantencomputing.
Laut Umfrage sehen 78 Prozent der befragten Unternehmen Datenlecks als größtes Risiko im Zusammenhang mit generativer KI, das in den kommenden zwölf Monaten adressiert werden muss. Gleichzeitig haben 57 Prozent noch keine Lösung zur Bewältigung dieser Herausforderung implementiert. Neben Datenschutzverletzungen (78 Prozent) zählt auch der Diebstahl geistigen Eigentums (77 Prozent) zu den größten Bedenken.
Die Nutzung von KI ist bereits weit verbreitet: Mehr als 90 Prozent der Unternehmen setzen KI im täglichen Betrieb ein, 12 Prozent befinden sich laut eigenen Angaben bereits in einer umfassenden Transformation. Die IT-Landschaften bleiben dabei heterogen – 63 Prozent der Befragten arbeiten mit hybriden Infrastrukturen unter Einbindung von Public-Cloud-Workloads.
Mit dem Einsatz von KI steigen auch die Anforderungen an die Datensicherheit entlang des gesamten Lebenszyklus. Zu den zentralen Risiken zählen laut OWASP unter anderem Prompt Injection, die Offenlegung sensibler Informationen sowie Schwachstellen in Vektor- und Embedding-Systemen. Zusätzlich besteht bei öffentlichen Large Language Models keine Garantie, dass Eingaben nicht weiterverwendet werden.
Auch im Bereich der Post-Quanten-Kryptografie zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen Problembewusstsein und Vorbereitung. 72 Prozent der Unternehmen sehen Angriffe auf bestehende Daten als größtes Risiko durch Quantencomputing, 75 Prozent haben jedoch noch keine entsprechenden Schutzmaßnahmen implementiert. Als besonders kritisch gilt das Szenario „Harvest Now, Decrypt Later“, bei dem verschlüsselte Daten bereits heute gesammelt und künftig entschlüsselt werden könnten. Nur 23 Prozent der Unternehmen haben dafür bislang Lösungen im Einsatz.
Vor diesem Hintergrund gewinnt das Konzept der Krypto-Agilität an Bedeutung. Es beschreibt die Fähigkeit, kryptografische Verfahren flexibel anzupassen oder auszutauschen, um langfristig auf neue Bedrohungen reagieren zu können.
Parallel dazu rückt Datensouveränität stärker in den Mittelpunkt. 80 Prozent der Befragten stufen den Schutz sensibler Kundendaten als „sehr“ oder „äußerst“ wichtig ein. Mit der zunehmenden Verteilung von KI-Anwendungen über Cloud-, Edge- und lokale Infrastrukturen steigen die Anforderungen an konsistente Sicherheitsmechanismen.
„Angesichts der neuen Risiken durch Technologien wie KI und Quantencomputing erfordern Datenschutz und Datensicherheit strategische Maßnahmen. Agentische Prozesse verschieben die Grenzen für Daten, und diese erfordern in jedem Schritt innerhalb verschiedener Datenpipelines, Modelle, Datensätze und Ausführungsumgebungen starke Kryptografie. Die Entwicklung eines langfristigen Verschlüsselungskonzepts bietet die nötige Flexibilität, um aktuelle Datenschutzbedrohungen für KI und zukünftige Risiken durch Quantencomputing zu bewältigen“,
sagt Tina Stewart, CMO bei Utimaco.