Eine neue Umfrage unter 300 C-Level-Entscheidenden in Österreich und Deutschland zeigt: Während die Mehrheit Künstliche Intelligenz bereits im Alltag nutzt und auf Produktivitätsgewinne durch Automatisierung hofft, fehlt es häufig an einer klaren Strategie, Expertise und Verantwortlichkeiten.
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Robert Kaup, Managing Director Tietoevry Austria
Künstliche Intelligenz hat die Chefetagen erreicht – doch zwischen täglicher Anwendung und nachhaltiger Verankerung klafft eine Lücke. Das zeigt eine aktuelle Studie von TQS Research & Consulting im Auftrag von Tietoevry Austria. Zwar bewerten 87 Prozent der Befragten die Haltung ihres Unternehmens zu KI positiv oder vorsichtig optimistisch, doch in Österreich geben 41 Prozent fehlende Strategien und 40 Prozent mangelnde Expertise als zentrale Hürden an.
In den untersuchten Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden nutzen bereits sechs von zehn Führungskräften KI-Tools mehrmals wöchentlich oder sogar täglich. Erwartet werden vor allem Prozess- und Effizienzoptimierungen (56 Prozent). Gleichzeitig zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland: Während hierzulande 41 Prozent der Entscheider:innen den Mangel an klaren Strategien beklagen, sind es in Deutschland lediglich 29 Prozent.
Ein weiteres Drittel der Befragten sieht die schlechte Verfügbarkeit und Qualität von Daten als Hindernis. „Die Ergebnisse unserer aktuellen KI-Studie zeigen deutlich: Unternehmen in Österreich und Deutschland stehen vor der entscheidenden Aufgabe, KI nicht nur zu testen, sondern systematisch in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren, um echten Business Value zu generieren“, sagt Robert Kaup, Managing Director Tietoevry Austria. „Viele Organisationen kämpfen jedoch noch mit grundlegenden Herausforderungen – sei es das Fehlen einer durchdachten KI-Roadmap, unzureichende interne Expertise oder qualitativ unbrauchbare Datenbestände. Der Schlüssel liegt darin, KI als strategisches Werkzeug zu begreifen, das messbare Verbesserungen in der Effizienz von Prozessen ermöglicht und durch Automatisierung die Produktivität steigert.“
Quelle: Tietoevry
Ein positiver Trend zeigt sich bei den Zuständigkeiten: In Österreich verfügen 23 Prozent der Unternehmen mittlerweile über dedizierte Personen mit Veraantwortung für KI – 2023 waren es erst 15 Prozent. In Deutschland liegt der Anteil bei 28 Prozent. Dennoch bleibt das Thema oft verstreut: 31 Prozent der heimischen Firmen haben gar keine spezifische Zuständigkeit definiert, in 45 Prozent der Fälle kümmert sich die IT-Abteilung lediglich mit.
Quelle: Tietoevry
„Diese Zahlen zeigen deutlich: KI wird in vielen Unternehmen noch nicht als zentraler Baustein der Unternehmensstrategie behandelt. Führungskräfte müssen KI-Initiativen jetzt zur Chefsache erklären, um dringend benötigte Produktivitätssteigerungen zu realisieren. Hier liegt unser Fokus: Unternehmen zielgerichtet dabei zu unterstützen, maßgeschneiderte KI-Technologien zu implementieren, die ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken“, so Kaup.
Neben den Chancen sehen viele Manager:innen auch deutliche Gefahren. 57 Prozent fürchten, durch mangelnden KI-Einsatz Chancen zur Effizienzsteigerung, Innovation und Kostensenkung zu verpassen. 41 Prozent befürchten Nachteile bei der Produkt- und Servicequalität im Vergleich zur Konkurrenz.
Quelle: Tietoevry
Dennoch gibt es auch eine Minderheit, die das Risiko herunterspielt: 14 Prozent der Befragten sehen keinerlei Gefahr, sollte ihr Unternehmen den Anschluss an KI verlieren. Kaup warnt: „Vor allem in Industrie und Produktion lassen sich rasch Effizienzpotenziale heben. Ein konkretes Beispiel aus dem Requirements Engineering: Durch den Einsatz von KI bei der Anforderungsanalyse lassen sich komplexe technische Spezifikationen und Compliance-Vorgaben nicht nur deutlich schneller verarbeiten, sondern auch präziser erfassen. Derartige branchenspezifische KI-Anwendungen können einen entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb bedeuten – vorausgesetzt, die Unternehmen entwickeln eine durchdachte Umsetzungsstrategie und investieren parallel in die entsprechende Weiterbildung ihrer Teams.“