Visa hat sein Open-Source-Framework Vulnerability Agentic Harness erweitert. Die neue Version soll Sicherheits-Teams nicht nur beim Identifizieren und Bewerten, sondern auch beim Beheben von Schwachstellen unterstützen. Parallel dazu baut Visa Consulting & Analytics das Beratungsangebot für Cybersicherheit aus.
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Stefanie Ahammer, Country Managerin Visa Österreich
Mit dem Einsatz von KI verändern sich auch die Anforderungen an das Schwachstellenmanagement. Nach Einschätzung von Visa verkürzt künstliche Intelligenz die Zeitspanne zwischen dem Entdecken einer Sicherheitslücke und ihrer Ausnutzung durch Angreifer. Der Zahlungstechnologieanbieter erweitert deshalb sein Visa Vulnerability Agentic Harness (VVAH) um zusätzliche Funktionen und ergänzt das technische Angebot um drei neue Beratungsservices.
VVAH ist ein als Open Source verfügbares Framework für das Schwachstellenmanagement, das mit unterschiedlichen KI-Modellen eingesetzt werden kann. Visa hatte das Werkzeug im Rahmen seiner Erkenntnisse aus der Teilnahme an Project Glasswing veröffentlicht, einer Initiative von Anthropic zur Cybersicherheit mit fortgeschrittener KI.
Während die erste Version Sicherheits-Teams bei der Identifikation und Bewertung von Schwachstellen unterstützte, deckt die aktuelle Version einen erweiterten Prozess ab. Wird eine Maßnahme zur Behebung einer Schwachstelle geprüft und besteht diese Prüfung nicht, erhalten die Teams strukturiertes Feedback. Anschließend können sie die Maßnahme nachbessern, ohne den gesamten Prozess erneut starten zu müssen.
Visa zufolge kann das Framework die Zeit zwischen dem Auffinden und dem Beseitigen von Angriffspfaden verkürzen. In einigen Fällen könne sich dieser Zeitraum von Wochen auf Stunden reduzieren.
Erweitert wurde auch die Auswahl der verwendbaren KI-Modelle. Organisationen können freigegebene Modelle von Anthropic und OpenAI sowie weitere KI-Modelle über die Konfiguration von VVAH einsetzen, ohne dafür Änderungen am Code vorzunehmen. Für länger laufende Scans und Behebungsprozesse stehen außerdem optionale Echtzeitansichten zur Verfügung, über die sich der jeweilige Fortschritt verfolgen lässt.
„Künstliche Intelligenz verkürzt die Zeit zwischen der Entdeckung von Schwachstellen und ihrer Nutzung durch Angreifer. Deshalb brauchen Unternehmen schnellere und verlässlichere Wege, um zu reagieren“,
sagt Rajat Taneja, President, Technology, Visa. „Mit den Erweiterungen von VVAH und unserem Beratungsangebot zu Cybersicherheit helfen wir Organisationen, Schwachstellen nicht nur zu erkennen, sondern auch beheben und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu validieren.“
Parallel zur technischen Weiterentwicklung von VVAH erweitert Visa Consulting & Analytics (VCA) sein Angebot im Bereich Cybersicherheit. Drei neue Dienstleistungen sollen Organisationen dabei unterstützen, Cyberrisiken zu bewerten, Gegenmaßnahmen zu priorisieren und die Ergebnisse des Frameworks in der Praxis zu nutzen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Weiterbildung von Führungskräften. Spezialisten für KI und Cybersicherheit sollen ihr Wissen in Workshops, Schulungen und Zertifizierungskursen der Visa University vermitteln. Führungskräfte sollen damit auf eine zunehmend von KI beeinflusste Bedrohungslage vorbereitet werden.
Das „VVAH-Informed Cybersecurity Maturity Assessment“ ist darauf ausgerichtet, Organisationen bei der Anwendung des VVAH-Frameworks, der Bewertung von Risiken und der Priorisierung von Maßnahmen zu unterstützen. Der dritte Service, „VVAH Cyber Risk Prioritisation and Roadmap“, umfasst Unterstützung bei der Bewertung von Cyberrisiken, Empfehlungen zur Reihenfolge von Maßnahmen sowie die Entwicklung einer längerfristigen Roadmap für das Cyber-Risikomanagement.
„Unsere Beratungsservices verbinden unsere Erkenntnisse aus Project Glasswing, unsere Open-Source-Ressourcen und unsere Erfahrung im europäischen Zahlungsverkehr“,
sagt Stefanie Ahammer, Country Managerin von Visa Österreich. Ziel sei es, Organisationen dabei zu unterstützen, sich auf relevante Cyberrisiken zu konzentrieren und ihre Reaktionsfähigkeit zu stärken.
VVAH steht seit Juni 2026 als Open Source zur Verfügung. Seither wurde das Framework nach Angaben von Visa von Entwickler weltweit zehntausendfach heruntergeladen.
Visa beteiligt sich mit VVAH zudem an weiteren Initiativen rund um KI und Open-Source-Sicherheit. In der NVIDIA Open Secure AI Alliance bringt das Unternehmen VVAH als modellunabhängiges Framework ein. Im Rahmen der Project-Lightwell-Initiative von IBM und Red Hat arbeitet Visa gemeinsam mit weiteren Organisationen an der Verbesserung der Sicherheit von Open-Source-Software.