Der neue Skills Economy Report 2026 von SkyHive by Cornerstone analysiert globale Skill-Entwicklungen der vergangenen drei Jahre. Die Daten zeigen einen tiefgreifenden Strukturwandel: KI- und Machine-Learning-Kompetenzen wachsen rasant, gleichzeitig steigen die Anforderungen an soziale und kreative Fähigkeiten.
Foto: Cornerstone
Die Arbeitswelt befindet sich in einer Phase beschleunigter Transformation. Laut dem aktuellen Skills Economy Report 2026, veröffentlicht von Cornerstone OnDemand, verändern sich Rollenprofile und Kompetenzanforderungen nicht nur punktuell, sondern strukturell. Während automatisierbare Tätigkeiten zusehends an Bedeutung verlieren, entstehen neue hybride Berufsbilder, die technisches Fachwissen und menschliche Fähigkeiten kombinieren.
Der Report setzt ein deutliches Signal: Skills in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Machine Learning verzeichnen weltweit ein Wachstum von plus 245 Prozent. Damit überholen sie erstmals die Kommunikationsfähigkeit als meistgefragte Kompetenz. Die Fähigkeit, KI sicher und effektiv im Arbeitsalltag einzusetzen, entwickelt sich laut Analyse zum Querschnittsskill über nahezu alle Rollen hinweg.
Auch weitere technische Bereiche wachsen stark. Cybersecurity-Skills legen um plus 31 Prozent zu, während Expertise in grünen Technologien um plus 156 Prozent steigt. Besonders gefragt sind Kompetenzen im nachhaltigen Management (plus 180 Prozent) sowie im Umgang mit erneuerbaren Energiesystemen (plus 165 Prozent).
Parallel sinkt die Nachfrage nach Skills, die vorwiegend Routineaufgaben umfassen. Tätigkeiten wie Datenpflege (minus 75 Prozent), einfache Buchhaltung (minus 65 Prozent) und juristische Recherchen (minus 28 Prozent) gehören zu den am stärksten rückläufigen Bereichen.
Trotz des massiven technischen Aufwärtstrends zeigt der Report klar: Menschliche Fähigkeiten bleiben zentral. Emotionaler Intelligenz wird ein besonders starkes Wachstum zugeschrieben (plus 95 Prozent), gefolgt von kreativem Denken (plus 18 Prozent) sowie Resilienz und Flexibilität (plus 42 Prozent). Diese Skills zählen zu den global am stärksten nachgefragten Soft Skills.
Demgegenüber verlieren klassische Tätigkeitsfelder, die häufig nach standardisierten Mustern ablaufen, an Gewicht – etwa Kundenservice (minus 45 Prozent), Vertrieb und Marketing (minus 22 Prozent) sowie administrative Aufgaben (minus 38 Prozent).
Auffällig ist zudem der starke Anstieg bei Skills, die auf eine veränderte Erwartung an Selbstständigkeit und Arbeitsbereitschaft hindeuten. Dazu zählen Begeisterungsfähigkeit (plus 999 Prozent), eigenständiges Arbeiten (plus 850 Prozent), sorgfältiges Vorgehen (plus 780 %) und virtuelle Zusammenarbeit (plus 220 Prozent). Auch wenn diese Kompetenzen laut Report noch nicht zu den globalen Top 50 gehören, weisen sie auf neue Anforderungen an moderne Arbeitsumgebungen hin.
Die Analyse zeigt branchenübergreifend ähnliche Muster. KI-Anwendungen sind 2025 in vielen Sektoren etabliert, wodurch automatisierbare Routinetätigkeiten zunehmend verschwinden. Gleichzeitig entstehen hybride Berufsprofile, die technisches Know-how mit sozialen Fähigkeiten verbinden.
Besonders ausgeprägt ist dieser Trend im Technologiesektor:
AI Engineers: plus 245 Prozent
Cloud Architects: plus 85 Prozent
Security Specialists: plus 95 Prozent
Gleichzeitig gehen Einstiegs- und Routinerollen spürbar zurück:
Junior Developers: minus 45 Prozent
QA Tester: minus 70 Prozent
Basis-IT-Support: minus 55 Prozent
Vergleichbare Entwicklungen zeigt der Report für Finanzwesen, Gesundheitswesen, Retail, Logistik und Fertigung. Der strukturelle Wandel führt zu einer wachsenden Skills Gap: Neue Anforderungen entstehen schneller, als Organisationen passende Kompetenzen entwickeln können.
Der Skills Economy Report 2026 macht deutlich, dass die Nachfrage nach KI-bezogenen und menschlichen Fähigkeiten inzwischen nahezu gleichauf liegt. Zugleich zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen den sich wandelnden Kompetenzanforderungen und dem Qualifikationsstand in vielen Organisationen. Die zentrale Herausforderung für Unternehmen besteht darin, diese Lücke zu schließen und Mitarbeitende systematisch auf neue Rollenbilder vorzubereiten.
Der Bericht versteht sich als Orientierungshilfe für strategische Personalplanung in Zeiten beschleunigter Transformation. Die Kombination aus historischen Entwicklungen und aktuellen Marktdaten soll Organisationen befähigen, künftige Skill-Bedarfe präziser zu antizipieren – und damit die Grundlage für eine resiliente, anpassungsfähige Workforce zu schaffen.