Laut aktuellem Global Business Optimism Index von Dun & Bradstreet zeigt sich die globale Wirtschaftslage zunehmend angespannt. Die Zuversicht in zentrale Geschäftsbereiche nimmt ab – insbesondere in Deutschland, der Schweiz und innerhalb globaler Liefernetzwerke. Auch ESG-Initiativen geraten unter Druck.
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Isabella Blüml, Commercial and Managing Director Österreich bei Dun & Bradstreet
Die wirtschaftliche Stimmung trübt sich weltweit weiter ein. Der aktuelle Global Business Optimism Index (GBOI) von Dun & Bradstreet verzeichnet für das dritte Quartal 2025 einen Rückgang um 6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Ursachen sind geopolitische Spannungen, stagnierende Absatzmärkte, Handelsbarrieren und eine zunehmende Unsicherheit bei Investitionen. Die Analyse beruht auf der Bewertung von fünf Schlüsselindikatoren aus 32 Volkswirtschaften.
Der GBOI zeigt Rückgänge in nahezu allen bewerteten Kategorien. Die finanzielle Zuversicht fällt weltweit um 3 Prozent. Besonders ausgeprägt sind die Rückgänge in der Lieferkettenstabilität (-10 Prozent) und beim ESG-Engagement, das auf dem Niveau von 0 Prozent stagniert (nach -3 Prozent im Vorquartal). Auch in wirtschaftlich starken Ländern wird die Unsicherheit deutlich: Deutschland verzeichnet ein Minus von 11 Prozent, die Schweiz einen Rückgang um 18 Prozent.
„Die rückläufigen Werte spiegeln eine Verunsicherung wider – ausgelöst durch geopolitische Spannungen, strukturelle Herausforderungen und wirtschaftliche Unsicherheiten im In- und Ausland. Viele Unternehmen überdenken angesichts der globalen Lage ihre Investitionsprioritäten und setzen verstärkt auf Resilienz“, erklärt Isabella Blüml, Commercial and Managing Director Österreich bei Dun & Bradstreet.
Der Global Supply Chain Continuity Index verzeichnet einen Rückgang um 10 Prozent – ein signifikanter Rückschritt gegenüber der zwischenzeitlichen Erholung. Besonders betroffen sind Deutschland und Frankreich mit jeweils -26 Prozent. Die stärksten Einbrüche zeigen sich in den Branchen Automobilbau (-36 Prozent), Elektronik (-17 Prozent) und Transport (-18 Prozent). Unternehmen außerhalb der USA reagieren zunehmend mit der Diversifikation ihrer Märkte: 29 Prozent setzen auf die EU, 15 Prozent auf Asien ohne China. Nur 5 Prozent sehen China als primäres Wachstumsziel.
Während der weltweite ESG-Index stagniert, sind in Europa überwiegend rückläufige Werte zu beobachten. In Deutschland liegt der Rückgang bei 12 Prozent, in der Schweiz bei 4 Prozent, in Frankreich bei 3 Prozent. Lediglich Italien zeigt mit +8 Prozent einen positiven Trend. Größere Unternehmen in Industrieländern stehen unter wachsendem Druck, regulatorische ESG-Anforderungen zu erfüllen.
„Nachhaltigkeitsinitiativen geraten derzeit vielfach unter finanziellen Druck – dennoch ist ESG kein kurzfristiger Trend, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Für Österreichs Unternehmen bleibt nachhaltige Transformation ein entscheidendes Zukunftsthema“, betont Blüml.
Der Index macht deutlich: Unternehmen weltweit sehen sich zunehmend mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Die Entwicklungen in Nachbarländern sowie die Verschärfung bei Lieferketten und ESG-Auflagen zeigen, dass auch wirtschaftlich starke Regionen unter Anpassungsdruck stehen. Eine kurzfristige Trendumkehr ist laut Dun & Bradstreet nicht erkennbar. Unternehmen sind zunehmend gefordert, langfristige Strategien zur Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit umzusetzen.