Sage DPW erweitert seine KI-Plattform um einen Copilot Agent, der sich direkt an Mitarbeitende richtet. Über eine Chat-Oberfläche sollen sich unter anderem Fragen zum Nettozettel klären sowie Urlaubsanträge und Arbeitszeiten erfassen lassen. Für HR-Abteilungen soll das vor allem weniger wiederkehrende Standardanfragen bedeuten.
Foto: Philipp Lipiarski
Johannes Kreiner, Geschäftsführer von Sage DPW
Künstliche Intelligenz soll im Personalmanagement nicht nur HR-Fachkräfte unterstützen, sondern zunehmend auch zum direkten Zugangspunkt für Mitarbeitende werden. Sage DPW erweitert dafür seinen bestehenden Sage Copilot um einen KI-Agenten für wiederkehrende HR-Prozesse. Im Mittelpunkt steht dabei der Employee Self Service: Beschäftigte sollen bestimmte Anliegen selbstständig über einen Dialog mit dem System erledigen können.
Der bisherige Sage Copilot unterstützt laut Sage DPW HR-Teams und Personalverrechner bei der Suche nach Informationen in der Software-Dokumentation und beim Verständnis einzelner Funktionen. Mit dem neuen Agenten wird der Einsatzbereich auf die Mitarbeitenden ausgeweitet.
Zu den vorgesehenen Anwendungsfällen gehören Fragen zum Nettozettel, die Erfassung von Urlaubsanträgen in natürlicher Sprache sowie die Eingabe von Arbeitszeiten über einen Chat. Der Copilot Agent führt die Nutzer dabei schrittweise durch den jeweiligen Prozess.
Die Interaktion kann laut Sage DPW in der jeweiligen Muttersprache gestartet werden. Dadurch sollen Informationen leichter verständlich werden und Sprachbarrieren im Arbeitsalltag eine geringere Rolle spielen. Gleichzeitig sollen Beschäftigte weniger Zeit mit der Suche nach Informationen oder dem richtigen Zugang zu einem HR-Service verbringen.
Für die Personalabteilungen liegt der Ansatz vor allem in der Verlagerung wiederkehrender Anliegen in den Self Service. Standardanfragen sollen reduziert werden, während Mitarbeitende bestimmte administrative Prozesse eigenständig abwickeln können.
„Mit dem Sage Copilot Agent gehen wir den nächsten Schritt hin zu einer neuen Generation digitaler HR-Prozesse. Der Agent erleichtert Mitarbeitenden den Zugang zu HR-Services und entlastet gleichzeitig HR-Teams von wiederkehrenden Anfragen. So schaffen wir mehr Freiraum für die Menschen im Unternehmen und stärken die Rolle von HR als strategischen Partner“,
sagt Johannes Kreiner, Geschäftsführer von Sage DPW.
Neben der Automatisierung von HR-Prozessen stellt Sage DPW bei der Einführung auch Anforderungen an Datenschutz und Governance in den Vordergrund. Nach Angaben des Unternehmens ist die KI-Lösung vollständig DSGVO- und EU-AI-Act-konform. Weitere Details zur technischen Umsetzung der Sicherheits- und Governance-Maßnahmen nennt die Pressemeldung nicht.
Gerade bei Anwendungen im Personalbereich ist dieser Rahmen relevant, da der Agent mit HR-Prozessen und damit potenziell sensiblen Informationen in Berührung kommt. Der neue Assistent soll daher nicht als isoliertes KI-Werkzeug, sondern als Bestandteil der bestehenden HR-Software eingesetzt werden.
Die Einführung des Copilot Agent ist Teil der KI-Strategie von Sage DPW. Das Unternehmen will KI insbesondere dort einsetzen, wo sich administrative Abläufe vereinfachen und Anwender im Arbeitsalltag unterstützen lassen.
Die Plattform soll dafür kontinuierlich weiterentwickelt und schrittweise um zusätzliche Anwendungsfälle ergänzt werden. Welche Funktionen als Nächstes hinzukommen und wann diese verfügbar sein sollen, geht aus der Pressemeldung nicht hervor. Damit konzentriert sich der aktuelle Ausbau zunächst auf häufig wiederkehrende HR-Anliegen und einen stärkeren direkten Zugriff der Mitarbeitenden auf Self-Service-Funktionen.