Eine aktuelle, repräsentative Studie von Shopfully und marketagent beleuchtet, wie stark die Inflation das Konsumverhalten in Österreich beeinflusst. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Generationen – vom Griff zu Rabatten bis hin zur Bereitschaft, auf bestimmte Produkte zu verzichten.
Foto: Natalie Paloma
Oliver Olschewski, Geschäftsführer von Shopfully Österreich, Deutschland & der CEE-Länder
Die anhaltende Teuerung wirkt sich quer durch alle Altersgruppen auf den Alltag aus. Besonders beim täglichen Einkauf zeigt sich, wie Konsument:innen ihre Routinen anpassen, um höhere Preise abzufedern. Die von Shopfully in Auftrag gegebene Umfrage unter 1.057 Personen ab 14 Jahren verdeutlicht, wie unterschiedlich Generationen auf steigende Kosten reagieren – und welche Prioritäten sie setzen.
„Die Inflation verändert das Konsumverhalten spürbar – quer durch alle Altersgruppen. Während Ältere klassische Sparmethoden wie Rabatte bevorzugen, vergleichen Jüngere häufiger Preise bevor sie einkaufen gehen. Für den Handel bedeutet das: Flexibilität und zielgruppenorientierte Ansprache werden wichtiger denn je“, erklärt Oliver Olschewski, Geschäftsführer von Shopfully für Österreich, Deutschland & CEE.
Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) geben an, die Inflation stark oder eher stark zu spüren; ein Drittel (33 Prozent) fühlt sich sogar sehr stark betroffen. Mit dem Alter nimmt diese Belastung zu: 25 Prozent der Gen Z zählen sich zu den sehr stark Betroffenen, bei den Millennials sind es 28 Prozent, in der Generation X 39 Prozent und bei den Babyboomern 40 Prozent.
Beim Umgang mit steigenden Preisen setzen viele auf Rabatte – insgesamt 57 Prozent. Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten bei der Generation X (65 Prozent) und bei den Babyboomern (64 Prozent). Millennials (52 Prozent) und Gen Z (46 Prozent) greifen etwas weniger stark zu Sonderangeboten.
Andere Maßnahmen zeigen deutliche altersbezogene Muster:
Second Hand: Besonders die Jüngsten setzen darauf – 16 Prozent der Gen Z und 13 Prozent der Millennials kaufen häufiger gebraucht. In der Generation X sind es noch 10 Prozent, bei den Babyboomern 7 Prozent.
Vorratskäufe: 20 Prozent der Millennials legen vermehrt Vorräte an, gefolgt von der Gen Z (17 Prozent) und Generation X (15 Prozent). Babyboomer tun dies seltener (11 Prozent).
Abbildung 1 zeigt die Top Einschränkungen der verschiedenen Generation durch die Teuerung (Quelle: Shopfully)
Lebensmittel und Getränke stehen für die meisten Befragten im Zentrum der wahrgenommenen Teuerung. Die Werte liegen – mit Ausnahme der Gen Z – zwischen 85 Prozent (Millennials und Babyboomer) und 88 Prozent (Generation X). Die Gen Z nimmt die Preissteigerungen bei Lebensmitteln deutlich weniger stark wahr (68 Prozent).
Dafür spürt sie die Teuerung stärker in anderen Bereichen:
Möbel und Wohnen: Gen Z 18 Prozent, Millennials 15, Gen X 11, Babyboomer 6
Elektronik: Gen Z 20 Prozent, Millennials 8, Gen X 2, Babyboomer 4
Sportartikel und -ausrüstung: Gen Z 8 Prozent, Millennials 6, Gen X 2, Babyboomer 3
Ein differenziertes Ergebnis zeigt sich bei Kleidung und Schuhen: Während Gen Z und Millennials jeweils 21 Prozent angeben, die Teuerung hier deutlich zu spüren, und auch 16 Prozent der Babyboomer diesen Bereich nennen, sind es in der Generation X lediglich 8 Prozent.
Die Bereitschaft, auf bestimmte Produkte zu verzichten, wächst mit dem Alter. Babyboomer schränken sich besonders stark ein – etwa bei Süßigkeiten (43 Prozent), Kleidung und Schuhen (42 Prozent), Schmuck und Accessoires (36 Prozent) sowie Elektroartikeln (35 Prozent). Deutlich niedriger liegen die Werte in der Gen Z: 36 Prozent bei Süßigkeiten, 23 Prozent bei Kleidung, Schuhen sowie bei Schmuck und Accessoires, 24 Prozent bei Elektroartikeln.
Eine Ausnahme bildet Obst und Gemüse: Hier geben 16 Prozent der Gen Z an, den Konsum zu reduzieren. Bei den Millennials sind es 15 Prozent, bei der Generation X 12 Prozent und bei den Babyboomern nur 8 Prozent.
Abbildung 2 zeigt die Häufigkeit der Rabattsuche der unterschiedlichen Generationen (Quelle: Shopfully)
Beim Sparen spielt auch die Vorbereitung eine wichtige Rolle: 75 Prozent aller Befragten suchen fast immer oder oft aktiv nach Rabatten. Besonders häufig geschieht das in der Generation X und den Babyboomern – jeweils rund die Hälfte checkt fast immer Aktionen und Angebote. Bei den Millennials sind es 48 Prozent und bei der Gen Z 38 Prozent. In der Kategorie „oft“ liegen hingegen die Jüngeren vorne: 36 Prozent der Gen Z und 26 Prozent der Millennials geben an, häufig auf Angebote zu achten (Babyboomer: 29 Prozent, Generation X: 24 Prozent).